Vortrag und Diskussion: der 8. Mai

Antifacafe #1
6. Mai, Pizzeria (edizione-antifa), Beginn 19h – Mühlfeldgasse 12
7.Mai, Beginn 20h – HUS, Rathausstr. 19-21

Nach dem 8. Mai 1945 stellte sich die Identifikation mit dem eigenen nationalen Kollektiv als problematisch dar. Der positive nationale Bezugsrahmen ging in Anbetracht des Ausmaßes der deutschen Verbrechen verloren. Die völkische Raserei der deutsch-österreichischen Volksgenossen forderte 6 Millionen tote Jüdinnen und Juden. Um die Möglichkeit der Identifikation mit der Nation nicht zu verlieren, entwickelte sich in der österreichischen Gesellschaft nach 45′ ein „sekundärer Antisemitismus“, der sich durch Schuld- und Erinnerungsabwehr, Relativierung, Verharmlosung oder Leugnung deutscher Verbrechen auszeichnete.

Dieses Jahr feiern nicht nur AntifaschistInnen den 8. Mai als Befreiungstag vom Nationalsozialismus, auch von staatsoffizieller Seite hört man Verlautbarungen, den 8. Mai „als Tag der Befreiung von der Nazi-Diktatur am Heldenplatz feierlich zu begehen“ (Spindelegger/ÖVP). Aus linksradikaler Perspektive wollen wir uns die Frage stellen, ob diese Modernisierung der Erinnerungskultur eine neue Form der TäterInnen/Opfer Umkehr darstellt und die Lüge vom „anifaschistischen“ Österreich als erstes „Opfer“ des Nationalsozialismus weiter fortbestehen lässt? Doch auch der linken Zivilgesellschaft, und solchen die es noch werden wollen, geht es nicht darum, „den Anfängen zu wehren“ oder ein „Nie wieder!“ zu untermauern, sondern um das identitäre Bedürfnis, mit sich selbst und dem nationalen Zwangskollektiv einen ‚produktiven’ Frieden zu schließen und eine Identität zu gewinnen, die eins in den alltäglichen Auseinandersetzungen des kapitalistischen Alltags schwerlich produzieren kann; mit der sich aber leben lässt. Das „bessere“ Österreich bleibt schließlich immer noch Österreich.

Wir wollen bei dieser Veranstaltung die nationale Inszenierung der Geschichte sowie die Zwangsvergemeinschaftung der Individuen unter das Kollektiv in den Fokus der Kritik rücken und uns die Frage stellen, wie eine linksradikale Intervention am 8. Mai aussehen könnte.

[28.04.2012] Offenes ANTIFANET Treffen in Linz!

Antifanet
…ist ein Plattform von und für radikale Linke in Österreich. Durch kontinuierliche Vernetzungsarbeit soll ein Informations- und Erfahrungsaustausch vorangetrieben werden. Auf Antifanet.at der Hompage zum Projekt können alle beteiligten Gruppen, Initiativen und Personen zB Veranstaltungen Bewerben oder ihre Texte hochladen.

Organisierung
…wird uns nicht erspart bleiben, wollen wir die herrschenden Verhältnisse überwinden. Ob nun für symbolischen Protest, direkte Aktion oder persönliche Theorie-Aneignung, wir empfehlen: Bildet Gruppen, Banden oder Bündnisse! Gerade längerfristige Organisierung bzw Zusammenarbeit ist in der radikalen Linken leider kaum ausgeprägt. Mit dem Projekt „Antifanet“ wollen wir diesem Umstand entgegentreten.

Befreite Gesellschaft

…ist unser Ziel. Die einen mögen sie Kommunismus die anderen Anarchie nennen. Klar ist aber das auf dem Weg dorthin Herrschaftsverhältnisse und Unterdrückungsmechanismen konsequent bekämpft werden müssen. Deshalb weisen wir an dieser Stelle noch einmal explizit darauf hin, dass Antifanet zwar das sein soll, was wir draus machen, aber sicher keine Plattform für Sexismus, Antisemitismus, ect.
Offenes Treffen: 28.4.2012. // 15 Uhr // Kapu // Linz

[20.4.2012] Über die klassenlose Klassengesellschaft und ihre Aufhebung

Abendveranstaltung und Tagesseminar zu den „28 Thesen zur Klassengesellschaft“ von den Freundinnen und Freunden der klassenlosen Gesellschaft.

Abendveranstaltung: 20.4. 19:30 Hörsaal 3, NIG (Neues Institutsgebäude Uni Wien – Universitätsstraße 7)

Workshoptag: 21.4. 13-18:00 in der_die Schenke
Pfeilgasse 33
Anmeldung zum Workshop
--> ksv[ät]linke-liste.at

Die 28 Thesen zum reinlesen gibts hier

Die gegenwärtige Verfasstheit der Gesellschaft nötigt zu dem Befund, dass sich einerseits die historischen Tendenzen der kapitalistischen Produktionsweise, wie sie von Marx bestimmt wurden, mit aller Gewalt geltend gemacht haben, andererseits die alte Arbeiter_innenbewegung in all ihren Schattierungen unwiderruflich der Vergangenheit angehört. Gerade im Zuge der Proletarisierung der Weltbevölkerung, ihrer Verwandlung in Lohnabhängige, scheint sich das Proletariat als einigermaßen klar umrissener Akteur verflüchtigt zu haben.

Richtig ausbuchstabiert, ist die Rede von einer »klassenlosen Klassengesellschaft« (Adorno/Horkheimer) für das Begreifen dieser Konstellation hilfreicher, als die Beschwörung einer »Multitude« oder auch die Liquidierung des Klassenbegriffs schlechthin, die heute als kritische Theorie empfohlen wird. Denn nicht nur prägt der Zwang zum Verkauf der Arbeitskraft die Weltgesellschaft stärker denn je, auch der Widerspruch von Produktivkräften und Produktionsverhältnissen hat heute einen Punkt erreicht, an dem die Selbstaufhebung des – wie sehr auch zersplitterten – Proletariats, die selbst die radikalen Flügel der alten Arbeiter_innenbewegung nicht wirklich auf die Tagesordnung gesetzt haben, denkbar geworden ist.

Ausgehend von ihren »28 Thesen zur Klassengesellschaft« (2007) werden die Freundinnen und Freunde der klassenlosen Gesellschaft diese Gedanken in einer Abendveranstaltung ausführen und sich auch mit der aktuellen Krise und den durch sie hervorgerufenen Kämpfen befassen. In einem Tagesseminar besteht die Möglichkeit, den Text eingehender zu diskutieren. Die Freundinnen sind ein sozialrevolutionärer Zirkel in Berlin, der u.a. die Zeitschrift Kosmoprolet (www.kosmoprolet.org) mitherausgibt; die »28 Thesen« können im Internet gefunden werden.

Eine Veranstaltung des KSV-Lili und der autonomen antifa [w]

Mehrere hundert Menschen beim M31-Aktionstag in Wien!

In Wien fanden sich anlässlich der Kundgebung im Rahmen des M31 (european day of action against capitalism) mehrere hundert Menschen beim Marcus Omofuma Denkmal am MQ ein. Dabei ging es nicht nur um eine kritische Analyse der Verhältnisse, sondern auch um die Frage, wie eine emanzipatorische antikapitalistische Praxis konkret aussehen könnte. Zwar können wir keinen Masterplan für eine befreite Gesellschaft vorlegen, doch ist es uns gelungen, den Kapitalismus in seiner gesellschaftlichen Totalität zu thematisieren. Denn Schuld an Armut, Krise und Ohnmacht sind nicht korrupte PolitikerInnen, gierige SpekulantInnen oder „faule SüdeuropäerInnen“, sondern die systemischen Zwänge des Kapitalismus selbst. Kapitalismus bedeutet Konkurrenz, Ausschluss, Ausbeutung, Unterdrückung und vergoldete Scheiße für wenige. Daher halten wir es für notwendig, eben diese Verhältnisse zu überwinden. Das Motto unserer Kundgebung lautete somit auch „über die Verhältnisse leben! Luxus und Dekadenz statt Gürtel enger schnallen“.

Der sozialrevolutionäre Auflauf konnte um 14Uhr pünktlich starten.
Bei lauter Musik, leckerem Essen und radikalen Infotischen versammelten siche einige hundert Menschen um ihrer Kritik an den Zumutungen von Staat, Nation, Kapital und anderer Scheiße Ausdruck zu verleihen. In einem Workshop wurden Thesen zur Krise diskutiert, welche in den nächsten Tagen veröffentlicht werden. Abkühlen konnte der Auflauf in einem Hip Hop Konzert der beiden MCs Yasmo und Selbstlaut, begleitet von Sturm, Regen und dennoch nicht enden wollender Tanzwut.

Da es uns natürlich nicht um ein einzelnes Event gehen kann, sondern uns eine Kontinuität linksradikaler Gesellschaftskritik am Herzen liegt, wird auch weiterhin im Rahmen des M31-Bündnis eine Vernetzung und Zusammenarbeit über die nationalstaatlichen Grenzen hinweg stattfinden.

Das nächste öffentliche Treffen des M31 Vorbereitungskreises findet am 19.04.2012 um 18Uhr im Ernst Kirchweger Haus statt.

Für einen internationalen Antinationalismus !
Fight Capitalism 100% !

Über die Verhältnisse leben! Luxus und Dekadenz statt Gürtel enger schnallen!

m31!

Viennese part of M31 – european action day against capitalism

Samstag, 31.03.2012, ab 14:00
Marcus Omofuma-Denkmal (Museumsquartier / Mariahilfer Straße, Wien)

Den Aufruf findet ihr hier

14:00 Linksradikales Straßenfest
Mit guter Musik, unzähligen Infotischen, radikalen Redebeiträgen, schmackhafter Volxküche, kühlen Getränke, unschlagbarer Siebdruck-Werkstatt und vielem mehr.

15:00 Kritische Intervention
…auf der vorbeiziehenden Demo gegen Vorratsdatenspeicherung. Aufmerksamkeit erregen und die falsche Kritik zerstreuen.

16:00 Über die Verhältnisse denken
Workshop zur Krise
Theoriebüro (Wien)

17:00 Hedonistische Fahradspiele
Bikekitchen (Wien)

18:00 Selbstlaut & Yasmo – live!
HipHop, Wien

19:00 Movie-Screenig

From Greece, with Love
Riot-Video Collection aus Griechenland

Kropotkin, die kommende Revolution

Eine Collage zur kommenden Revolution.

20:00 Über die Verhältnisse raven!
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…ums Ganze! TV goes M31 – fight capitalism 100%

Infos für Wien auf: vienna.march31.net

M31 – Mobivideo

M31 Movie – european day of action against capitalism from M31 Moviecrew on Vimeo.

mehr Infos auf vienna.march31.net

Veranstaltungshinweis:

Revolte in der Eurozone? Europäisches Krisenmanagement und
Strategien des Widerstandes.

Diskussionsveranstaltung mit Thomas Sablowski
Dienstag, 20. März 2012
20 Uhr
HS1, NIG, Universität Wien

Getragen von einem breiten Bündnis an Organisationen, Initiativen und Einzelpersonen werden vom 17. bis zum 19. Mai in Frankfurt Tage des Protestes gegen das Krisenregime der Europäischen Union stattfinden. Mit Massenprotesten, Blockaden und Besetzungen soll ein klares Zeichen gegen die Verwüstung Griechenlands und anderer Länder, gegen die Verarmung und Entrechtung von Millionen und die faktische Abschaffung demokratischer Verfahren in der Folge von Beschlüssen der Troika (EZB, EU und IWF) gesetzt werden. An der europaweiten Mobilisierung für diese Aktionstage wollen wir uns in Wien beteiligen. Deshalb laden wir dazu ein, gemeinsam über die Ursachen der aktuellen (Euro-)Krise zu diskutieren und nach Möglichkeiten für einen breiten Widerstand gegen die Krisenpolitik der Herrschenden zu suchen.

Diskussionsveranstaltung mit:
Thomas Sablowski (Dozent an der Universität Frankfurt und
Redakteur der Zeitschrift PROKLA)
Renate (Redaktion der Zeitschrift grundrisse)

We like noWKR!

Eine Auswertung von …umsGanze! zur noWKR-Demo 2012

wkr 2012 a

Vor ungefähr einem Jahr startete das kommunistische …umsGanze!-Bündnis unter dem Titel „Vielen Dank für die Blumen – Gegen Integration und Ausgrenzung“ eine Kampagne gegen Sozialchauvinismus und Rassismus. Dabei entstand die Idee, vor dem Hintergrund der Konjunktur reaktionärer Ideologien in Europa und der damit verbundenen Hetze, die nach dem Motto: Schuld an der Misere ist nicht das kapitalistische System, sondern sind „die Anderen“, die „Sozialschmarotzer“ und „Integrationsverweigerer“, funktioniert, ein deutliches Zeichen zu setzen (Stichworte: Thilo Sarrazin-Debatte/ Wahlerfolge der FPÖ – Freiheitliche Partei Österreichs, die mit rechtspopulistischen bis neonazistischen Elementen deutlich über 20 Prozent der Stimmen erhält/ „Pleitegriechen“ usw.). Im Rahmen dieser Kampagne wurde sich auf eine linksradikale Mobilisierung gegen den jährlich stattfindenden reaktionären Ball des Wiener Korporationsrings (WKR-Ball) geeinigt. Dieser Burschenschafterball stellt ein europaweites Treffen von Rechtspopulist_innen bis Neonazis dar: So gaben sich unter anderem Heinz-Christian Strache (FPÖ), Marine Le Pen (Front National) sowie Mitglieder von Vlaams Belang und den Schwedendemokraten am Jahrestag der Auschwitz-Befreiung die Klinke in die Hand. Eröffnet wurde der Ball in der Wiener Hofburg – dem österreichischen Äquivalent zum Schloss Bellevue – vom dritten Nationalratspräsidenten Martin Graf (FPÖ). Dass ein Staatsoberhaupt Österreichs die Rechte Europas am Jahrestag der Auschwitz-Befreiung zum Tanz einlädt („Austrian far right celebrates on Holocaust holiday“ fasste CBS-News kurz und bündig zusammen), ist symbolisch für ein Land, in dem rassistische und antisemitische Vorstellungen weit verbreitet sind und ein ausgeprägter Geschichtsrevisionismus (Österreich als erstes Opfer des nationalsozialistischen Deutschlands) bis heute vorhanden ist. All dies trifft in Österreich auf eine schon immer relativ schwache Linke; was auch die Bezeichnung der 1968er Bewegung als „heiße Viertelstunde“ (Frankfurter Rundschau) verdeutlicht.

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[M31] Aufruf zum europäischen Aktionstag gegen Kapitalismus!

aufruf

Sozial–revolutionärer Auflauf
Samstag 31.03.2012, ab 14:00
Marcus Omofuma-Denkmal (Museumsquartier / Mariahilfer Straße)

Aufruf als pdf: m31 folder

Infos unter: vienna.march31.net

Ein Aktionstag gegen den Kapitalismus?
Protestiert wird dieser Tage viel auf der ganzen Welt. Und der Kapitalismus ist auch wieder im Gespräch. Seine fatalen Auswirkungen auf das Ökosystem und das menschliche Leben lassen sich zunehmend schlechter leugnen, die Idee von immerwährendem Fortschritt und Wachstum scheint vielen nicht mehr plausibel. Aber die Kritik, die daraus erwächst greift meistens zu kurz. Oft beschränkt sie sich darauf, einzelne Akteur_innen und deren Handeln moralisch zu bewerten, sie gegebenenfalls zu verurteilen, und eine strengere Regulierung sowie das Austauschen von Funktionsträger_innen durch vermeintlich “aufrechtere” Personen zu fordern.

Dabei liegt es in den Strukturen der Kapitalismus, dass nicht selten moralisch fragwürdiges oder sogar verwerfliches Verhalten das rationalste ist. Richtet sich also der Protest vor allem gegen bestimmte Akteur_innen, dient er letztlich oft mehr als Ventil für die individuelle Ohnmacht und spielt dabei seine Rolle mit, das bestehende System zu legitimieren, indem nahegelegt wird, es wäre unter den Bedingungen dieses Wirtschaftssystems möglich, grundlegend anders zu handeln.
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02. März 2012: Drittes Treffen des Vorbereitungskreises M31 Vienna! Mehr Infos auf vienna.march31.net
18.00h Uhr // Die Schenke (Pfeilgasse 33, 1080 Wien)

Außerdem haben wir unsere Termine-Seite reaktiviert und ein paar Empfehlungen zusammengestellt. Hier geht’s lang…



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