So, wie es ist, bleibt es nicht! …umsGanze! – Kongress zu Arbeit und Krise.

Anfang Dezember steigt an der Ruhr-Uni Bochum der zweite Kongress des umsGanze!-Bündnisses.

Auf die­ser Seite findet ihr alle wichtigen Infos und das aktualisierte Pro­gramm. http://kongress.umsganze.de/

Gerade jetzt, wo Staat und Bürger_innen reaktionär aufdrehen, wollen wir uns Zeit nehmen und über grundsätzliche Fragen diskutieren. Es geht um Arbeit und Krise, also um die Wurzeln gesellschaftlicher Herrschaft und Ohnmacht im Kapitalismus. Und dabei natürlich auch um die aktuelle Konjunktur rassistischer und chauvinistischer Krisenverarbeitung. Von Freitag bis Sonntag gibt es non­stop Podiumsdiskussionen, Workshops, Le­sungen und Screenings. Wir konnten viele interessante Referent_innen gewinnen, und auch die umsGanze!-Gruppen legen sich ins Zeug. Wir sehen uns in Bochum!

Es wird ein Bus aus Wien nach Bochum fahren.
Zur Anmeldung einfach eine Email an afa_wien (at) riseup (dot) net schreiben; bitte geb eine genaue Personenanzahl sowie eine Kontaktadresse an. Die Daten werden selbstverständlich nicht weitergegeben! Wenn ihr euch bei uns angemeldet habt, braucht ihr euch nicht noch mal extra bei …umsGanze! für den Kongress oder für Schlafplätze anzumelden, da für den gesamten Bus schon eine Sammelanmeldung gemacht wurde.
Abfahrt aus Wien: 03.12. (Freitag) um 00:30 Uhr. Treffpunkt bzw. Abfahrtsort wird per Email bekannt gegeben.
Abfahrt aus Bochum: 05.12. (Sonntag) gegen 18:00 Uhr.

Kosten: Fixpreis 15 Euro; Solipreis 20 Euro. In den Kosten sind Hin- & Rückfahrt mit dem Bus und Schlafplatz inkludiert. Der Kongress selbst kostet KEINEN Eintritt!


So, wie es ist, bleibt es nicht!

Gestern noch als bestmögliche Wirtschaftsform gefeiert, erscheint der Kapitalismus heute eher als fortwäh­rende Bedrohung. Seine glo­bale Krise hat Menschen und Unternehmen erschüttert und ganze Staa­ten in den Ruin getrieben. Staatliche Notkredite und radi­kale Kürzungsprogramme sollen den Standort ret­ten, be­deuten aber neuen Verzicht für Lohnabhängige wie Erwerbslose. Sozial- und Gesundheitsleistungen werden gekürzt, das Rentenalter erhöht, gesellschaftliche Risiken insgesamt weiter privatisiert. Was einmal si­cher schien, entpuppt sich als umkämpftes Zugeständnis auf Widerruf.

Das heraufbeschworene »neue deutsche Wirtschaftswunder« ist Teil der kapitalistischen Logik: Rasantes Wachstum hier und Staatspleite dort sind zwei Seiten desselben Prinzips. Während die »Wirtschaftsweisen« der Regierung noch darüber streiten, ob die Krise be­reits überwunden oder doch nur aufgeschoben sei, ist eines bereits sicher: als ideologi­sche Begleitmusik haben in Deutschland Rassismus und Sozialchauvinis­mus deutlich zu­gelegt.

Auf unserem Kongress wollen wir den grundlegenden Zusammenhang von Kapitalismus und Krise herausar­beiten. Wir wollen aber auch die aktuelle Krisenpolitik mit all ihren Zu­mutungen analysieren und über politi­sche Strategien einer emanzipatorischen Linken streiten. Wir fragen nach der Transformation des Alltags, der Arbeit und des Sozialen. Wir untersuchen die Abgründe des Krisennationa­lismus und die Widersprüche der Forderung nach »sozialer Gerechtigkeit«. Wenn wir über Alternativen zum Kapitalismus diskutieren, dann in doppelter Stoßrichtung: gegen das verselbständigte, unnötige Zwangsverhältnis der Kapitalverwer­tung, aber auch gegen den (Real-)Sozialismus als schlechten, autoritär­en Versuch seiner Aufhebung.

Die »systemischen Risiken« und Krisentendenzen des Kapitalismus werden inzwischen öffentlich eingestan­den. Dennoch scheint das historische Projekt seiner Überwindung der­zeit ohne Chance. Gerade deshalb müssen wir klären: Wie kann ein Bezug auf »Kommunis­mus« heute aussehen? Wie kann radikale Kapitalis­muskritik praktisch werden?

So, wie es ist, bleibt es nicht! Den Kapitalismus durch einen »Verein freier Menschen« (Marx) zu ersetzen, dieser Aufgabe sieht sich der Kongress verpflichtet.

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