Archiv für November 2012

Völkischen Freaks den Zugang verweigern!

Während der Protest von Geflüchteten in vollem Gange ist, die ihren Forderungen nach einem Abschiebestopp und menschenwürdigen Bedingungen während des Asylverfahrens immer lauter Ausdruck verleihen, kündigt die rechtsextreme FPÖ für kommenden Montag einen „Besuch“ im Asyl-Erstaufnahmelager Traiskirchen und eine daran anschließende Pressekonferenz an. Mit von der Partie sind neben dem Bundesparteiobmann Heinz Christian Strache auch „Kellernazi“ Barbara Rosenkranz, die gerne in illustrer Runde bei Sonnwendfeiern völkische Weisheiten predigt und Harald Vilimsky, der zu zweifelhaften Ruhm durch seine Wortkreation „Negativzuwanderung“ für das Unwort des Jahres 2005 gelangte.

Um was es der FPÖ-Delegation bei diesem Besuch geht wird bei einer Presseaussendung des FPÖlers Martin Huber deutlich. Dort kochen die rassistischen Ressentiments über wenn davon gesprochen wird, dass durch das Asyl-Erstaufnahmelager Traiskirchen die „Bevölkerung absichtlich mit Kriminalität, Sexualstraftaten und kulturellen Widersprüchen konfrontiert“ wird. Die propagierte Lösung: Das Lager schließen, alle abschieben und die Außengrenzen der Festung Europa noch rigider abschotten.

Ausgehend davon, dass die „Normalität der Ort ist wo die Wahnsinnigen produziert werden“, können die Grundlagen für rassistische Vergemeinschaftungen nur dann entzogen werden, wenn die verwaltete Welt von Staat, Nation und Kapital aufgehoben wird. Ansonsten bleibt Antifaschismus ein Kampf gegen Windmühlen. Nichtsdestotrotz gilt es den völkischen Freaks an diesem Tag eine praktische Abfuhr zu erteilen und deren „Besuch“ nicht ohne Protest über die Bühne gehen zu lassen. Denn Rassismus tötet, egal ob durch Asylgesetze, Pogrome, Abschiebungen…

Solidarisiert euch mit den Protesten der Geflüchteten im Wiener Sigmund Freud Park und kommt am Montag den 26.11.2012 nach Traiskirchen. Organisiert euch selbst und fahrt mit euren Freund_innen nach Traiskirchen. Gemeinsamer Zug-Anreisetreffpunkt: 8:40 (Abfahrt!!!) Kärntner Ring/Oper.

web-links:
http://refugeecampvienna.noblogs.org/
http://no-racism.net/
Fotos vom Refugeemarch Traiskirchen – Wien.

„Nein, wir lieben dieses Land und seine Leute nicht!“ Vortragsreihe gegen den Wiener Akademikerball 2013!

Dieses Jahr wollen wir unsere Mobilisierung gegen den Wiener Akademikerball 2013 unter dem Motto „Nein, wir lieben dieses Land und seine Leute nicht!“ mit einer inhaltlichen Vortragsreihe, bestehend aus fünf Veranstaltungen, unterfüttern. Es geht uns dabei um nichts weniger, als die österreichischen Zustände zu skandalisieren und anzugreifen. Der Wiener Akademikerball, die Neuauflage des WKR-Balls, ist dabei nur Ausdruck einer wild gewordenen Normalität. Wir haben uns bewusst dazu entschlossen das Thema Burschenschaften zu vernachlässigen um mit unserer Veranstaltungsreihe den Fokus auf Rassismus, Antifeminismus und dessen gesellschaftliche Bedingtheit zu legen sowie eine adäquate Kritik der Nation zu formulieren.

Kampagnen Website: http://nein.antifanet.at/

22.11.12
„Kultureller Rassismus“
Neues Paradigma oder alter Hut?

Bereits 1955 stellte Adorno einen sprachlichen Wandel in den Artikulationen des Rassismus fest: „Das vornehme Wort Kultur tritt anstelle des verpönten Ausdrucks Rasse, bleibt aber ein bloßes Deckbild für den brutalen Herrschaftsanspruch“. Über fünfzig Jahre später ist die Diskussion um die Novität des „Rassismus ohne Rassen“ immer noch nicht versickert, in der sich grundlegend zwei diametral gegenüberstehende Positionen heraus kristallisiert haben: Während die einen von einem „neuen Rassismus“ sprechen, beharren die anderen auf dem historischen Kontinuum des Phänomens und betonen die typische Verbindung von „Natur“ und „Kultur“ in der rassistischen Vergesellschaftung. Die Veranstaltung versucht in ideologiekritischer Absicht diese kontroversielle Debatte nachzuzeichnen und dabei die propagierte Neuartigkeit des „kulturellen Rassismus“ näher zu bestimmen.

Beginn: 19.30
Uni Wien, NIG HS3

Mitschnitt der Veranstaltung:

22.11.12 „Kultureller Rassismus“ – neues Paradigma oder alter Hut? by autonome-antifa-wien

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Demobericht zur Aktion am 31.10.2012

We haven’t even started yet!
Demoparade gegen den Horror des Kapitalismus, Mitwoch den 31. Oktober 2012.

Hier der Link zum Beitrag von Radio Orange von und über die Demo.
Und hier der Link zum diesjährigen Mobivideo.

Pünktlich zu Beginn der Demoparade um 18:00 Uhr fanden sich um die 120 Teilnehmer_innen ein, um auf der „Süßes sonst gibt’s Saures“ Demoparade ihrem Unmut gegen den kapitalistischen Alltag und alle darauf zurückzuführenden Zwänge, Luft zu machen. Nicht wenige waren dem Aufruf, sich zu verkleiden und dem „System ihre hässlichste Fratze“ zu zeigen, gefolgt.

Die Demonstration zog, wie immer begleitet von einigen staatsbediensteten Schaulustigen, gut gelaunt teils zur Musik vom Lautsprecherwagen tanzend teils, passend zum Motto, als Black Block verkleidet und mit Pyrotechnik und Eiern ausgerüstet um die Häuser des siebenten Wiener Gemeindebezirks. Neben der Parade wurden Aufruftexte verteilt, vom Lautsprecherwagen flogen süße und saure Leckereien.
Einige Passant_innen fühlten sich vom sympathischen Charakter der Parade sofort angesprochen und entschlossen sich kurzfristig, mitzulaufen. Auch die Abschlusskundgebung wurde mit guter Musik und Glühwein versorgt, bis die Temperaturen die Paradeteilnehmer_innen zurück in wärmere Gefilde drängten.

Hiermit wollen wir uns bei allen herzlichst bedanken, die bei diesen winterlichen Temperaturen mit uns die Parade duchgehalten und mitgestaltet haben.

Der Horror des Kapitalismus ist allerdings ein alltäglicher und konnte mit einer Demo natürlich nicht überwunden werden. Aber wir arbeiten weiter daran. Und Anlässe gibt es ja genug.