Archiv für April 2013

1. Antifa Café 07.05.2013: Rechte im neuen Kleid?

Das Antifa Café findet ab dem 7.5. jeden ersten und dritten Dienstag im Monat im Bäckerei in Wien statt. Die Türen öffnen sich um 19:00 Uhr für alle, die in angenehmer Atmosphäre Erfahrungen mit linker bzw. linksradikaler (Anti-)Politik austauschen oder sammeln möchten, das ein oder andere Getränk zu sich nehmen wollen oder einfach Bock auf ein wenig Subkultur haben. Es wird in regelmäßigen Abständen Veranstaltungen innerhalb des normalen Cafébetriebs geben, es soll aber auch eine Plattform sein, um aktuelle politische Entwicklungen zu diskutieren, Texte zu besprechen und was sonst noch so alles einfällt.

Rechte im neuen Kleid?
Die “Neue Rechte” und ihre Denktraditionen

In Österreich war für Modernisierungsversuche der extremen Rechten eigentlich immer nur spärlich Bedarf. Zu gut war der altbekannte Rechtsextremismus, nicht zuletzt parteiförmig, etabliert. Demgegenüber erscheint “neurechter” Aktionismus als Novum, und sorgt dementsprechend für Aufmerksamkeit. So treten bspw. die “Identitären” gerne mit mit bunten Masken auf und tanzen lieber, als sich zu prügeln. Ihr Slogan: “0% Rassismus, 100% Identität.” Dass Neonazis (deren Ewiggestrigkeit in der Sache selbst liegt) Antifa-Ästhetik kopieren, um sich einen frischen Anstrich zu geben, ist bekannt. Während “neurechte” Positionen nicht als abgeschwächte oder harmlose Form von Rechtsextremismus und Neofaschismus verstanden werden dürfen, machen es sich aber auch diejenigen zu einfach, die bspw. hinter der agit-p(r)op Attitüde der “Identitären” die selben alten Neonazis vermuten.

Wie lässt sich dieses “Neue” im “Alten” nun also charakterisieren? Und wie viel Aufmerksamkeit soll diesem geschenkt werden?

REBEL WITH A CAUSE ­– Fight Capitalism and Racism!

Krise und Rassismus – das ist der Arbeitsschwerpunkt des umsGanze!-Bündnisses 2013. Zum 20. Jahrestag der Abschaffung des Grundrechts auf Asyl haben wir die Kampagne Fight Racism Now! mit initiiert. Sie ruft für den 25. Mai zu einer bundesweiten Demonstration in Berlin auf, und wird danach den Wahlkampf kritisch begleiten.

Wir beteiligen uns wieder an den Krisenprotesten des Blockupy-Bündnisses, das für den 31. Mai/1. Juni ein Aktionswochenende in Frankfurt am Main organisiert. In diesem Rahmen planen wir u.a. ein Veranstaltungsprogramm, einen antikapitalistischen Block auf der Großdemo und einen Besuch des Frankfurter Abschiebeflughafens: Blockupy Deportation Airport!

Der dritte umsGanze!-Kongress steigt vom 5.-7. Juli an der TU Berlin. Zusammen mit Genoss_innen aus anderen europäischen Ländern wollen wir das aktuelle Ineinander von Ökonomie und Ideologie untersuchen, Erfahrungen austauschen und uns organisieren. Daneben arbeiten umsGanze!-Gruppen vor Ort zu Geschlechterverhältnissen, zur kapitalistischen Stadt, zu Gesundheit und Krankheit im Kapitalismus und zu anderen Grausamkeiten. Mit diesem Aufruf wollen wir unser Themenfeld abstecken und die kommenden Aktionen ins Verhältnis setzen.
-------------------------------------------------------
„You can wake up now, the universe has ended.“
–Jim Stark


REBEL WITH A CAUSE
Fight Capitalism and Racism

Die Krise des Kapitalismus ist längst chronisch. Am Laufen hält ihn nur ein permanenter Ausnahmezustand: Die Generalmobilmachung im Dienst von Wachstum und Wettbewerbsfähigkeit. Gesellschaftlich produzierte Massenarmut ist in die westlichen Industriestaaten zurückgekehrt. Während die EU ihre marktradikale Ordnung vertieft, wird Herrschaft zugleich sachlicher und verrückter, kleinteiliger und autoritärer. Jedes Leben wird nach Verwertbarkeit und Herkunft sortiert. Die Festung Europa panzert sich unerbittlich gegen die globalen Folgen ihrer eigenen Konkurrenzordnung. Tausende sterben Jahr für Jahr beim Versuch, den Verwüs-tungen des kapitalistischen Weltmarkts und den Nachstellungen seiner Staatsmächte zu entkommen. Doch es zeigen sich auch Risse im Gewebe des Kapitals und seiner Institutionen, Versuche und Irrtümer sozialer Selbstermächtigung inmitten einer enteigneten Welt. Riots in englischen und französischen Städten, selbstverwaltete Krankenhäuser in Griechenland und der Widerstand der Geflüchteten in ganz Europa sind unterschiedliche Reaktionen auf die Anmaßungen einer Gesellschaftsordnung, die systematisch Ausschluss und Ausbeutung produziert. Das einmal vollmundig verkündete „Ende der Geschichte“ (Fukuyama) im globalen Kapitalismus ist vorbei. Doch etwas Besseres wird nur, wenn wir soziale Kämpfe antikapitalistisch zuspitzen und transnational verbinden – gegen den Vormarsch von Rassismus, Rechtspopulismus und Neofaschismus in Europa; gegen die falschen Sachzwänge von Verwertung und Standortkonkurrenz; gegen linke Sozialstaatsillusionen; für eine Gesellschaft ohne Kapital, Nation und Lohnarbeit. (mehr…)